Flora. Fotoshooting auf Teneriffa

Eigentlich wollte ich mit Flora ein Fotoshooting im Studio oder in der Nähe machen, aber sie fand keinen preiswerten Flug nach Basel oder Zürich. Stattdessen machte sie ein paar Tage Urlaub auf den kanarischen Inseln. Weil wir uns schon eine Weile kannten, fragte sie mich, ob ich nicht Lust hätte, dort mit ihr zu arbeiten. Ein ungewohnter Gedanke, aber wenn man einmal nachrechnet, ist es nicht viel teurer als eine Studiomiete mit Bahnanreise in Deutschland. Ich habe ihr also zugesagt.

Bei einer solchen Unternehmung ist allerdings weniger das Reisen ein Problem als vielmehr die Planung für einen Ort, den man nicht kennt und den man sich auch nicht vorher ansehen kann. Aber mit dem Internet kann man einiges recherchieren, und so war ich dann doch recht zuversichtlich, daß wir dort etwas zustande bringen.

Am Teide

Wer sich zu Teneriffa kundig macht, findet ganz oben auf der Liste der Sehenswürdigkeiten das Vulkangebiet des Teide. Wir sind also am ersten Tag von Puerto de la Cruz dort hinaufgefahren. Es gab viele Touristen dort und wenig Parkplätze, aber die Touristen halten sich meist nur in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes auf. Man braucht also nicht weit zu gehen, um weitgehend ungestört arbeiten zu können.

Wir haben als erstes mit verstreut stehenden markanten und schroffen Lavafelsen gearbeitet, die einen wunderbaren Gegensatz zur menschlichen Figur darstellen.

An anderer Stelle waren die Felsen größer, aber durch die größere Entfernung konnten wir sie wirkungsvoll als Hintergrund einsetzen.

Bei der Weiterfahrt kamen wir an einem pechschwarzen Lavafeld vorbei, das wir auf einer Aufnahme festgehalten haben. Dort barfuß zu stehen ist wegen der scharfkantigen Lava herausfordernd, aber es hat sich doch gelohnt. Etwas weiter wird die schwarze Lave sandiger, und die vielen einzeln stehenden Nadelbäume lieferten mit dem hier eingesetzen speziellen Film einen etwas surrealen Eindruck.

Im Lorbeerwald

Ganz anders als das archaische Gebiet rund um den Teide war der Lorberwald im Anaga-Gebirge im Nordosten der Insel. Wir haben in dem verwunschen wirkenden Wald einige fotografische Eindrücke gesammelt.

Raue Küste

Weniger ansehnlich sind die vielen großen ummauerten Bananenplantagen entlang der Küste im Norden der Insel. Wir haben aber selbst dort in einem nicht benutzen Areal eine Gelegenheit für ein Foto gefunden.

Sandstrände sind hier dünn gesät. Für Badegäste weniger attraktiv, aber wenn man die Plantagen erst einmal hinter sich gelassen hat, sind die Felsen und Lava der rauen Küste für Fotografen ein Paradies. Die oft starke Brandung tut an dieser Küste ihr übriges dazu.

Im Botanischen Garten

Zum Abschluß meiner Kurzreise haben wir uns noch im Botanischen Garten in Puerto de la Cruz entspannt. Es gibt viele bemerkenswerte Bäume dort, und auch wegen der übrigen üppigen Vegetation lohnt ein Besuch.

Fazit

Es mag etwas absonderlich es klingen, zum Fotografieren für kurze Zeit nach Teneriffa zu fliegen. Es ist aber eine überlegenswerte Alternative für diejenigen, die etwas Abwechslung suchen. Wenn man keine Insider-Tips hat, bleiben Internet-Recherchen zwar nicht erspart, aber wie man sieht, kann man auch damit fündig werden.

Herzlichen Dank an Flora für die Initiative und die engagierte Zusammenarbeit!

Für technisch Interessierte

Ich hatte eine Ausrüstung von Nikon dabei. Digitalaufnahmen sind mit der D800 entstanden, analoge Aufnahmen mit der F5. Folgende Objektive waren im Gepäck:

  • Nikkor AF-D 2,8/16 (Fish Eye)
  • Nikkor AF-D 2,8/20
  • Sigma Art 1,4/35
  • Sigma Art 4/24-105
  • Nikkor AF-S 4/70-200 G ED VR

Die Nikon F5 und die Sigma-Objektive sind gut aber für Reisen recht schwer. Die beiden Weitwinkel-Nikkore sind erheblich kleiner und leichter, aber dafür im Randbereich unscharf (siehe zum Beispiel das erste Foto, aufgenommen mit dem 20 mm Objektiv bei Blende 5,6).

Für die analogen Aufnahmen habe ich den legendären Kodak High Speed Infrared Film mit Orangefilter eingesetzt. Leider gibt es diesen Film schon seit einiger Zeit nicht mehr, aber ich habe noch einen tiefgekühlten Vorrat.

Details

Digital und analog -  mit dem legendären Kodak High Speed Infrared Film