Nocturnes and Superwides

– not translated yet, but it is on my to do list.. –

Vor einiger Zeit hatte ich am Abend Aufnahmen an der Elbe gemacht, aber nicht zur üblichen blauen Stunde sondern einiges später. Man konnte zwar selbst gerade noch etwas sehen, aber die spiegellose Fuji X-E1 nicht: das Display und der Sucher waren vollkommen schwarz. Ich mußte daher die Kamera nach gutdünken ausrichten und anhand des Fotos nachkorrigieren.

Nocturne an der Elbe

Die Resultate waren ungewöhnlich, erinnerten ein wenig an die Landschaftmalerei des 19. Jahrhunderts. Seitdem schwebte mir vor, solche Aufnahmen auch mit Menschen zu machen, und dies sollte der Anfang werden.

Damit es so lange nach Sonnenuntergang nicht gänzlich dunkel ist, war Vollmond angesagt. Vor allem wollte ich auch mit einem Model arbeiten, das immer an neuen Ideen interessiert ist und die notwendige Experimentierfreude mitbringt: Anna.

Ich hatte mit ihr schon die möglichen Fototermine festgelegt, aber das Wetter musste ja auch passen. An einem Tag im Herbst war es dann so weit: klarer Himmel angesagt, noch ausreichend warm und Vollmond.

Superwides zur Einstimmung

Wir sind nachmittags zum Baggersee gefahren und haben abgewartet dass es dunkel wird. Aber nicht tatenlos: wir haben die Zeit genutzt um am Ufer andere Fotos zu machen, die mich ebenfalls interessierten und für die Anna das richtige Model war: Superweitwinkel-Aufnahmen. Inspiriert ist das von Bill Brandt, der 1957 mit einer Superweitwinkel-Polizeikamera solche Aufnahmen gemacht hat, später auch mit einer Hasselblad. Beispiele seiner Fotografie darf ich dank der Copyright-Gesetze nicht zeigen, nur andere Nationen dürfen das. Fortschritt im Internet, made in Germany. Wer sich dennoch für meine Inspirationsquelle interessiert, findet Bilder im Bill Brandt Archiv.

Nachmachen wollte ich das nicht, aber das Konzept ist auch nach über 60 Jahren ungewöhnlich genug um mein Interesse zu haben. Wir haben also damit einige Fotos gemacht, die ich hier gern zeige.

Ganz so spektakulär wie die Bilder von Bill Brandt sind sie zwar nicht, doch bin ich sehr zufrieden damit dass sie anders sind als üblich. Und außerdem habe ich so einen guten Grund weiter daran zu arbeiten.

Nocturnes

Es wurde dann langsam dunkel, aber der Wetterbericht hatte sich geirrt: es war keineswegs eine klare Vollmondnacht, sondern Wolken zogen auf. Als wir mit den Aufnahmen begonnen haben, war es dann wirklich schon sehr dunkel. In früheren Zeiten hätte man die Fotos kaum realisieren können, aber mit einer Digitalkamera die ich hier verwendet habe war das mit Stillhalten und lichtstarken Festbrennweiten machbar.

Anna hat bei einer Aufnahme das hohe Gras im Hintergrund bewegt, was den Bildern eine besondere Atmosphäre gibt. Aber auch unbewegte Szenen waren so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir waren mit den Resultaten sehr zufrieden und werden weiter daran arbeiten.

Nocturne
Nocturne

Lichtmalerei

Zwischendrein haben wir auch noch etwas mit Lichtmalerei experimentiert. Das mache ich des öfteren, meist allerdings mit Film wie auch am nächsten Tag im Studio. Auch dies ist eine Langzeitbelichtung, jedoch werden Teile der Szenerie mit einer kleinen Lampe beleuchtet.

Lichtmalerei

Technische Informationen

Für die Aufnahmen hatte ich zwei Kamerasysteme dabei. Die Fuji X-T2 mit Zoom 4/10-24 und den Festbrennweiten 1.4/16 sowie 1.4/23 für digitale Aufnahmen, und die Rolleiflex 6008 mit Super-Angulon 3.5/40 und Ilford HP5 für die Superweitwinkel-Aufnahmen auf Film. Mit Ausnahme einer kleinen Leuchte für die Lichtmalerei und eines kleinen Stativs kamen keine weiteren Hilfsmittel zum Einsatz.

Ein herzlicher Dank geht an Anna für ihre engagierte Mitarbeit und ihr Interesse an meinen manchmal etwas ungewöhnlichen Vorhaben.

Details

At full moon with Anna at a nearby lake